Firmengebäude drexel und weiss
© © Südostansicht

Firmengebäude drexel und weiss

Achstraße 42, 6922 Wolfurt, Vorarlberg

Zum Staatspreis nominiert

Der Umbau der Halle 5 im Gewerbepark Wolfurt für den neuen Betriebsstandort der Drexel und Weiss GmbH ist eine logische Konsequenz der Firmenphilosophie, die den bewussten und optimierten Umgang mit energetischen Ressourcen fordert. Obwohl auch Neubauvarianten diskutiert wurden, entschloss man sich, die bestehende zweigeschossige Industriehalle zu mieten, umfassend zu sanieren und für die speziellen Anforderungen des Betriebes zu adaptieren.

Mit geringfügigen Eingriffen in die Volumetrie des Gebäudes – durch die Erhöhung von niederen Bauteilen und dem Abbruch bestehender Aufbauten – konnte das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes beruhigt werden und stellt sich nun mit seiner eindeutigen Ausrichtung gegen Osten, der neuen Eingangsfassade, der von weitem sichtbaren roten Firmenbeschriftung am Dach und dem zweigeschossigen roten Eingangsportal als selbstbewusstes Industriegebäude dar, das seinen Standort neu definiert und in seiner Maßstäblichkeit den Dialog zu der umliegenden Wohnbebauung aufnimmt.

Die gesamte Gebäudehülle wurde in Passivhausqualität erneuert und mit einer neuen Fassade aus schwarz lasierten Zementfaserplatten verkleidet. Zur besseren Belichtung wurden an den Längsseiten des Gebäudes großzügige Fensterbänder ausgebrochen.

Obwohl das Gebäude ursprünglich von der Firma Roylon 1969 für die Textilerzeugung geplant wurde, konnten auf der gesamt zur Verfügung stehenden Fläche von 3300m2 alle Wünsche des neuen Nutzers dank der bestehenden neutralen Gebäudestruktur optimal umgesetzt werden. Im Erdgeschoß befinden sich nun die gesamten Produktions- und Nebenraumflächen, im Obergeschoss die Lagerflächen, die Kleinteileproduktion und der Verwaltungstrakt, der über die neue, zweigeschossige Eingangshalle und die repräsentative Stahlwendeltreppe erschlossen wird.

Neben den Büroflächen, bestehend aus einer Abfolge von Einzel- und Gruppenraumbüros entlang der Ostfassade, und einem komplett neuen Sanitärblock wurde auch ein großer Schulungsraum vorgesehen, der in Verbindung mit dem Foyer und der Eingangshalle für verschiedenste Veranstaltungen nutzbar ist. Für mittelfristige Expansionen stehen im Obergeschoß noch 500m² Optionsfläche zur Verfügung, die in der Zwischenzeit fremd vermietet wird.

Konstruktion

Die bestehende Halle wurde auf ihre Rohbaustruktur zurückgebaut. Die nicht mehr intakten Betonsandwich-Fassadenfertigteile wurden abgebrochen und durch hochwärmegedämmte Holzleichtbauelemente ersetzt, Sichtbetonfassaden und Attikaelemente wurden ebenfalls mit einer gedämmten Holzkonstruktion aufgedoppelt. Die Verkleidung der neuen Konstruktion erfolgte mit schwarz lasierten Zementfaserplatten in unterschiedlich hohen horizontalen Bändern mit versetzten Stößen. Mit dieser Fassadengeometrie konnten alle Anschlüsse an bestehende Fenster- und Türöffnungen gelöst werden.

Die neuen Fenster bestehen aus einer Pfosten-Riegelkonstruktion aus Fichtenholz, mit schwarzen Aluminiumabdeckprofilen. Die öffenbaren Teile wurden aus 90mm starken Holzfensterkonstruktionen hergestellt und in die Konstruktion eingeklemmt. Alle Verglasungen bestehen aus einer 3-fach Isolierverglasung, U-Wert 0,6 W/m2K mit Thermix – Abstandhaltern.

Am Dach wurde die Wärmedämmstärke von 14 auf 34cm erhöht und mit einer PVC -freien Folienabdichtung abgedeckt. Im Sockelbereich wurde bis auf eine Tiefe von 80cm eine zusätzliche Wärmedämmung aus extrudierten Hartschaumplatten zur Verbesserung der Wärmebrücke angebracht. Im Bereich der ungedämmten Bodenplatte konnte nach verschiedenen Simulationen auf eine zusätzliche Wärmedämmung aufgrund der großen Fläche und des geringen Randeinflussbereiches verzichtet werden.

Allgemein

Bürogebäude. 2005
klimaaktiv Deklaration: 2017

Beteiligte

BauherrIn / Bauträger: drexel und weiss energieeffiziente haustechniksysteme gmbh
Architekt / Planung: Gerhard Zweier
Haustechnik, HKL, E-Technik: Planungsteam E-Plus GmbH

Kriterium Wert
Nettonutzfläche 2871.00 m²
Anzahl der Wohn-/Nutzungseinheiten 0
Art des Lüftungssystems mit Wärmerückgewinnung

Energiedaten berechnet nach PHPP

Kriterium Wert
Heizwärmebedarf (HWB) 10.00 kWh/m²EBFa gemäß PHPP